Gehring, Sr. M. Reinhildis - LICHTBLICKE -
Leben wecken - Hoffnung schenken
Bisheriger Preis 12,80 Euro
Neuer Preis 5,00 Euro UVP
Bestell-Nr 900
ISBN 978-3-87448-344-5
erschienen 03.06.2011
Rubrik Religion / Theologie
Umfang 232 Seiten
Maße 11.5 x 16.0 cm
Gewicht 240 g
Einband Taschenbuch(Paperback)
Preis 5,00 inkl. 7% MwSt
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Autoren/Autorinnen: Christoph Bauer, Justinus Maria Calleen, Peter Füssenich, Andreas Gabelmann, Hans Gercke, Yvonne Hildwein, Astrid Kaiser, Manuela Klauser, Andrea Kuebart, Iris Nestler, Adam C. Oellers, Daniel Parello, Anke Elisabeth Sommer, Dirk Tölke, Jürgen Wiener, Brigitte Wolff-Wintrich

Meisterwerke der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts

Kirchengebäude sind Orte, an denen Menschheitsgeschichte auf beeindruckende Weise erfahrbar wird. Die Strahlkraft farbenprächtiger Kirchenfenster ist integraler Bestandteil dieser Bauten und hat die Menschen seit jeher fasziniert. Jeder Kirchenbesucher hat gewiss seine eigene, persönliche Erinnerung an die wechselnden Lichtstimmungen im Gottesdienst oder in der stillen Andacht, jeweils in Abhängigkeit von Tageszeit, Witterung und Jahreszeit. Der emotionalen Wirkung der speziell für diesen Ort künstlerisch gestalteten Verglasungen kann sich niemand entziehen, denn erst das Licht, das durch die Fenster fällt, macht den Kirchenraum als Raum erfahrbar und gibt ihm Dimension.

Der Kölner Dom gilt unbestritten als Meisterwerk der Gotik; es sind aber auch die sich über viele Jahrhunderte und Stilepochen erstreckenden Bauphasen, die ihn über das Mittelalter hinaus zu einem wichtigen Zeitzeugen machen. Er erzählt von der Auseinandersetzung zahlreicher Generationen mit dem Glauben, mit Licht und Raum. Diese Auseinandersetzung hat in seiner Architektur und Ausstattung, insbesondere in seinen meisterhaften Glasmalereien künstlerische Gestalt angenommen und ist so für die nachfolgenden Generationen greifbar geblieben. Rund 750 Jahre Geschichte europäischer Glasmalerei lassen sich am Beispiel des Kölner Domes nachvollziehen: Sie reicht vom sogenannten Älteren Bibelfenster des 13. Jahrhunderts über die gotische Chorverglasung, die Renaissancefenster, die Fenster des 19. Jahrhunderts, die ornamentale Verglasung der Nachkriegszeit von Dombaumeister Willy Weyres bis zum zeitgenössischen Südquerhausfenster, das als Richterfenster bekannt geworden ist.

Nach den fürchterlichen Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges war es den Menschen und vor allem den Künstlern Wagnis und Notwendigkeit zugleich, Altes zu überwinden und Neuartiges zu schaffen. Gerade in der Kunst der Nachkriegszeit in Deutschland scheint die Sprache von Versöhnung und Neubeginn immer wieder auf. Diese Tendenz des Neubeginns zieht sich bis weit in das ausgehende 20. Jahrhundert, wenn nicht bis in das 21. Jahrhundert hinein und hat eine Vielfalt künstlerischer Sichtweisen hervorgebracht. Die technische Weiterentwicklung in der Fertigung hat den Künstlern zudem neue Möglichkeiten und Wege eröffnet, sich über bisherige Grenzen in der praktischen Umsetzung ihrer Entwürfe hinwegzusetzen und sich von der traditionellen Glasmalerei zu lösen, wie am Beispiel des Richterfensters im Kölner Dom eindrücklich sichtbar wird.

Das gilt jedoch nicht nur für den sakralen Raum, sondern auch für profane Bauten, in denen wir künstlerische Glasmalerei antreffen. War die Verwendung gestalteter Fenster wegen ihrer aufwändigen Herstellung einst den Kirchen vorbehalten, so haben sich im Laufe der Zeit auch weltliche Institutionen die Sendungskraft farbiger Fenster zunutze gemacht, denn immer sprechen sie auch von der Bedeutung ihrer Auftraggeber und deren Anliegen und verweisen auf eine Wirklichkeit über die Materialität des Gebauten hinaus.

Der verheerende Brand von Notre-Dame in Paris im April 2019 hat uns schmerzlich vor Augen geführt, dass Kunst und Kultur verletzliche Güter sind, die es zu schützen und zu bewahren gilt. Brände, Naturkatastrophen, Kriege und leider auch Ideologien zerstören nicht nur im materiellen Sinne bedeutende Kulturdenkmäler der Menschheit, sondern auch die ihnen innewohnende ideelle Kraft, die auf der Kreativität, auf dem Wissen und Mut ihrer Erschaffer und Erbauer beruht. Ich wünsche mir ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass wir achtsam mit diesen fragilen Gütern umgehen und dass es aller Anstrengung wert ist, sich für den Erhalt unseres kulturellen Erbes einzusetzen. Aber nicht nur Kriege und Katastrophen können Ursache dafür sein, dass Kunst und Kulturgüter in Gefahr sind. Aufgrund der rückläufigen Entwicklung der Mitgliederzahlen der Kirchen in Deutschland besteht die Befürchtung, dass nicht jeder Kirchenbau für die kommenden Generationen erhalten bleibt. Jede Schließung und Profanierung einer Kirche bedeutet einen drohenden Verlust von Kultur und Geschichte.

Der vorliegende Band stellt, wie auch die beiden vorausgegangenen Bände, den reichen Schatz an Meisterwerken der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts in den Rheinlanden vor und zeigt die Entwicklung der modernen Glaskunst in Deutschland auf. Er verdeutlicht damit auch den drohenden Verlust. Gleichzeitig würdigt er die Bedeutung der Glasmalerei, die in den vergangenen hundert Jahren entstanden ist und jede Beachtung verdient. Es ist unsere Aufgabe, sie auch für die kommenden Generationen zu bewahren. ...
Copyright: Peter Füssenich
Dombaumeister in Köln
Sr. M. Reinhildis Gehring gehört seit 1946 zur Ordensgemeinschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau. Nach den Jahren der Ordensausbildung hat sie am Erzbischöflichen Seminar in Bonn von 1955 – 1958 ihr Studium als Religionspädagogin und Gemeindereferentin absolviert.

Während ihrer aktiven Phase unterrichtete sie sowohl in der Berufsfachschule in Ratingen, am Gymnasium in Grefrath-Mülhausen und seit l968 in der Fachschule für Sozialpädagogik in Mönchengladbach. – Sie war zusätzlich in der Fortbildung der Erzieherinnen im Auftrag des Caritasverbandes, Aachen, tätig.

Neben der schulischen Tätigkeit machte sie verschiedene theologische Angebote in der Erwachsenenbildungsarbeit, die sie über ihre aktive Zeit hinaus weiterführt. Dazu gehört auch der monatliche „Lichtblick“, den sie seit 2001 als geistlichen Impuls Interessierten zusendet.
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