Wieler, Jossi / Morabito, Sergio / Schaefer A.T.
Schaefer - OPER Ein Bilder-Lese-Buch
Bisheriger Preis 29,00 Euro
Neuer Preis 14,90 Euro

Bestell-Nr 02250
ISBN 978-3-87448-350-6
erschienen 05.10.2011
Rubrik Kunst und Kultur
Umfang 184 Seiten
Maße 30,0 x 24,0 cm
Gewicht 1400 g
Einband Hardcover
Preis 14,90 inkl. 7% MwSt
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Autoren

Die Regisseure Jossi Wieler und Sergio Morabito machen seit 17 Jahren zusammen Oper. Immer wieder überrascht die sinnliche Dichte und intellektuelle Virtuosität ihrer Aufführungen. In Zusammenarbeit mit führenden BühnenbildnerInnen der Gegenwart (Anna Viebrock, Barbara Ehnes, Bert Neumann) antworten sie auf die Herausforderung unterschiedlichster Werke mit Erfindung immer neuer Theaterwirklichkeiten. Der Künstler A.T. Schaefer hat mit seinen Fotografien diese Zusammenarbeit seit ihren Anfängen begleitet. Das Buch möchte zum Lesen einladen in den Raum, den es zwischen Morabitos opern-ästhetischen Texten und Schaefers berührenden Bildern öffnet.

Begegnen

Aufgefordert, dieses schöne und intelligente Buch einzuleiten, muss ich zunächst bekennen, dass ich Jossi Wieler nie dazu überreden und davon überzeugen musste, sich der Oper zuzuwenden – wie dies wieder in der jüngsten Publikation über ihn behauptet ist. Habe ich Anna Viebrock überredet, ihr erstes Bühnenbild für die Oper Frankfurt zu entwerfen? Musste ich Sergio Morabito davon überzeugen, dass das Musiktheater seine Sache ist? Waren es meine Überredungskünste, die den Fotokünstler A. T. Schaefer bewogen, die Theaterfotografie in seine Perspektive zu bringen?

Anna habe ich während ihres letzten Studiensemesters als Dozent schätzen gelernt. Jossis frühe Schauspielinszenierungen – die er im Übrigen mit Anna erarbeitete – sind mir bis heute eine glückliche Erinnerung. Sergio wurde während seines Studiums vom Volontär zu einem wichtigen Mitarbeiter von Ruth Berghaus, als wir den „Frankfurter Ring“ erarbeiteten. A. T., den Fotografen, durfte ich zu Beginn meines Stuttgarter Engagements kennenlernen. Wer sollte wen überredet haben?

Überreden und überzeugen sind nutzloses Tun, unwürdig, weil sie das Gegenüber zum Objekt eines Besserwissens degradieren. Strategische Unternehmungen sind Gift für eine sich anbahnende künstlerische Zusammenarbeit. Dass wir in und an uns selbst Zweifel hegen und solchen bei unserem Gegenüber begegnen, dass wir Unsicherheit und mögliches Versagen kundtun, um gemeinsam damit umzugehen, auf dass aus dem Zweifel kein vorzeitiges Aufgeben folge, gehört essentiell zur Arbeit am Theater – eine Arbeit, die aus der Kommunikation erwächst.

Dass Jossi Wieler, Sergio Morabito und A. T. Schaefer in diesem Buche sich begegnen, verdankt sich einem künstlerischen Wollen, das immer auch die Voraussetzung der gemeinsamen Stuttgarter Opernarbeit war. Beim genauen Bild- und Textlesen wird offenbar, dass die Gemeinsamkeit künstlerischen Arbeitens nur in der Eigenständigkeit des Fühlens, Denkens und Wollens Ereignis werden kann.

Das Glück, mit jedem neuen Werk sich wieder neu zu entdecken, ist ein Versprechen für die
Zukunft der Oper Stuttgart.

Klaus Zehelein

Jossi Wieler, 1951 geboren, hat sich seit 1982 als einer der profiliertesten Schauspielregisseure des deutschen Gegenwartstheaters etabliert. Seit 1994 inszeniert er gemeinsam mit Sergio Morabito Oper. Ihre internationale Karriere, die an der Staatsoper Stuttgart begann, an der Sergio Morabito (Jahrgang 1963) seit 1993 als Dramaturg und Regisseur engagiert ist, führt die beiden – nach Gastinszenierungen u.a. an der San Franciso Opera, bei den Salzburger Festspielen oder an der Nederlandse Opera Amsterdam – nun nach Stuttgart zurück: mit der Spielzeit 2011/12 übernehmen sie die Leitung des Opernhauses.


A.T. Schaefer studierte Malerei und Design. Seit Mitte der achtziger Jahre arbeitet er mit dem Medium Photographie. Seine Bilder sind unter anderem im Museum Ludwig Köln, im Kunsthaus Zürich, in der Staatsgalerie Stuttgart und im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg vertreten. Seit 1994 entstanden zunehmend Bilder für das Theater, insbesondere für die Staatsoper Stuttgart neben Arbeiten für die Salzburger Festspiele, die Wiener Festwochen, das Burgtheater Wien, den Steirischen Herbst/Graz, das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, die Oper Zürich, die Bayerische Theaterakademie München, die Deutsche Oper Berlin, das Theater Augsburg, De Nederlandse Opera Amsterdam und anderen. Ab 2011/12 begleitet A.T. Schaefer wieder die Opernproduktionen der Staatsoper Stuttgart. A.T. Schaefer hat sich als Autor themenzentrierter Bücher einen Namen gemacht, u. a. „Oper in Stuttgart“ (1995 ), „Das Waldhaus“ (1998), „Nietzsche Süden“ (2000), „Senza Fine“ (2004), „Die Jahre der Oper – Die Oper des Jahres“ (2005), „Wunderkammer alte Musik“ (Scola Cantorum Basiliensis 2008).

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