Thomas Menzel
Menzel - Ende des Beschweigens
Das Human. Gymnasium Viersen in der NS-Zeit und danach (1933-1950)
Bestell-Nr 04810
ISBN 978-3-87448-548-7
Rubrik Gesellschaft
Umfang 204 Seiten
Maße 14,8 x 21,0 cm
Gewicht 795 g
Einband Hardcover mit Fadenheftung
Preis 19,80 inkl. 7% MwSt
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Zum Geleit

Wer ein tausendjähriges Reich errichten will, muss beizeiten die Mitstreiter hierfür gewinnen und insbesondere den Nachwuchs rekrutieren. Die Nazis taten daher alles dafür, die Jugend in ihrem Sinne auszurichten. Ab dem 10. Lebensjahr wurden Kinder von der Hitlerjugend rekrutiert und es wurde ihnen frühzeitig das braune Weltbild eingeimpft.
Eine wesentliche Rolle spielte die Gleichschaltung der schulischen Ausbildung: Lehrinhalte waren stramm nationalsozialistisch. Personal und Schulgremien agierten entsprechend. Jüdische Schüler wurden entlassen. In Viersen träumte man kurzzeitig von der Errichtung einer Kaderschule für den nationalsozialistischen Führungsnachwuchs. Sie wurde nie realisiert.
Wie muss man sich den Schulalltag in unserer Stadt im Dritten Reich vorstellen? Wurden missliebige Lehrer suspendiert? Gab es überhaupt Widerstand oder dominierten Unterstützung und Mitläufertum? Wie war die Verzahnung von HJ und Schule? Kennen wir das Schicksal der jüdischen Kinder? Welche Ergebnisse hatten die Entnazifizierungsverfahren der Lehrer nach dem Krieg? Haben Schulen die Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet?
Der ehemalige Schüler des Viersener Humanistischen Gymnasiums Thomas Menzel geht diesen Fragen im Hinblick auf seine Schule nach. Er setzt sich akribisch und kritisch mit der Geschichtsvergessenheit oder besser Geschichtsverdrängung auseinander. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag, auf kommunaler Ebene Wirkmechanismen der Diktatur darzustellen, die so oder ähnlich auch in den übrigen Schulen zu beobachten gewesen sein dürften. Insofern geht das vorliegende Buch über die Durchleuchtung des Humanistischen Gymnasiums hinaus.
© Manfred Budel, Förderung der Erinnerungskultur e. V. Viersen 1933-45
Viersen, den 3.6.2021

Zum Autor

Thomas Menzel, geboren 1951, besuchte das Humanistische Gymnasium Viersen und leistete nach dem Abitur als Kriegsdienstverweigerer seinen Zivildienst am Allgemeinen Krankenhaus in Viersen ab. Von 1974 bis 1979 studierte er Geschichte, Sozialwissenschaften und Deutsch an der Universität zu Köln. Nach dem Referendariat 1980-1982 war er für ein Jahr am Humanistischen Gymnasium in Viersen beschäftigt. Die Stelle fiel aber den rigiden Sparmaßnahmen im Bildungsbereich zum Opfer.
Menzel wurde 1987 vom ehemaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker für sein politisches Engagement gegen Lehrerarbeitslosigkeit als verdienter Bürger des Landes geehrt. Von 1985 bis 1994 hat er als Lehrer und zeitweise als Geschäftsführer im von ihm mitbegründeten Selbsthilfeprojekt Verein zur Bildungsförderung e. V. in Mönchengladbach gearbeitet. Im Oktober 1994 erwirkte er durch eine Klage gegen das Land NRW seine Einstellung an der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Neuss. Neben seiner Lehrertätigkeit war er bis zum Dienstende 2018 in verschiedenen Gremien der Schule tätig und lange Zeit Lehrerratsvorsitzender.
Von 1984 bis 2009 war Menzel sachkundiger Bürger im Schulausschuss der Stadt Mönchengladbach. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde er mit dem Schöffensiegel der Stadt geehrt.
Menzel ist verheiratet mit einer ehemaligen Lehrerin und hat drei erwachsene Kinder. Seit seiner eigenen aktiven Zeit bei Borussia Mönchengladbach ist er treuer Fan des Vereins.