Pizzo, G.
JDSA Bd. 07 Intellectus und memoria nach der Lehre des J.D.S.


Bestell-Nr 0107
ISBN 978-3-7666-0186-5
Rubrik Religion / Theologie
Maße 17,0 x 24,0 cm
Gewicht 537 g
Einband Hardcover mit Fadenheftung
Preis 24,50 inkl. 7% MwSt
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Das menschliche Erkenntnisvermögen als Vollzug von Spontaneität
und Rezeptivität

Unter den philosophiehistorisch bedeutsamen mittelalterlichen Autoren kommt Johannes Duns Scotus eine Schlüsselfunktion zu. Im Kontext der christlichen Theologie sieht er sich zu einer kritischen Rezeption der im 1./13. Jahrhundert wiederentdeckten aristotelischen Ohilosophie genötigt, die ihn zu einem eigenständigen Neuansatz philosophischen Dnkens führt, der die weitere Entwicklung der Philisophie in Spätmittelalter und Neuzeit bis hin zu Denkern wie Leibniz und Kant tief beeinflusst.

Je mehr sich die Forschung auf die kritisch gesicherten Texte des großen franziskanischen Theologen und Philisophe stützen und die historischen Konstellationen aufklären konnte, umso mehr trat dieses Eigenprofil hervor. Dabei galt die Aufmerksamkeit der philosophisch interessierten Forschung zunächst vor allem den Bereichen der Metaphysik, der Modalitätenlehre und der Ethik.

Die vorliegende Studie von Giovanni Pizzo ist nun der scotischen Lehre von der Erkenntnis gewidmet. Von diesem Gebiet wurden in der neueren Forschung nur Teilaspekte eingehend untersucht, etwa die Lehre von der abstraktiven und der intuitiven Erkenntnis oder vom ersten Objekt des Verstandes. Das besondere Augenmerk der vorliegenden Arbeit gilt dem für jede Erkenntnistheorie zentralen Lehrstück des Zusammenhangs von Spontaneität und Rezeptivität, von Aktivität und Passivität im menschlichen Erkenen. Die Bestimmung der menschlichen Erkenntnisleistung im Vergleich zwischen menschlichem und göttlichem Erkennen, so die These, führt Scotus zu einer Deutung der menschlichen Erkenntnis, die die aristotelische Lehre vom tätigen und leidenden Verstand und die augustinische Lehre von memoria, intelligentia und voluntas auf eine Weise miteinander verbindet, die den Erkenntnisvorgang als originäre, in dieser Weise beslang nicht gesehene Verschränkung von Aktivität und Passivität begreifen lässt.


Die Reihe "Veröffentlichungen der Johannes-Duns-Skotus-Akademie" dient der Publikation von monographischen Schriften, die sich mit Themen aus dem franziskanischen Bereich, mit Themen der Spiritualität, der Philosophie und Theologie, der Geschichte, der Kunst oder Kultur befassen. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Publikation von diesbezüglichen Arbeiten, deren Autoren der Kölnischen Franziskanerprovinz, dem Orden, der franziskanischen Ordensfamilie und ordensnahen Personen angehören. Diese Reihe ergänzt die Veröffentlichungen der in der Kölnischen Franziskanerprovinz bestehenden Reihen "Rhenania Franciscana Antiqua" und "Rhenania Franciscana Beihefte". Da die Reihe rein wissenschaftlichen Charakter hat, ist sie keiner anderen Edition angeschlossen. Es gibt jedoch eine Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, z.B. mit der Scotus- Research Group der Universität Utrecht in den Niederlanden oder mit der Universität Bonn (Philosophisches Seminar). Der Name der Reihe wurde in Erinnerung an den im Jahre 1308 in Köln verstorbenen und dort in der Minoritenkirche beerdigten Franziskaner, den seligen Johannes Duns Skotus, gewählt. Außerdem soll an die Tradition der in Mönchengladbach bis 1968 bestehenden Philosophisch-theologischen Hochschule der Franziskaner erinnert werden, die zeit ihres Bestehens bedeutende Wissenschaftler aus der Kölnischen Franziskanerprovinz in ihren Reihen zählte. Die Akademie will mit ihrem Beitrag die Verbindung von Frömmigkeit und Apostolat einerseits und Wissenschaft andererseits im franziskanischen Bereich fördern, welche beiden Bereiche heute leicht auseinandergeraten können. Die Stärke und die Zukunft des Ordens waren häufig dann gegeben, wenn beide Bereiche zusammengingen.


Giovanni Pizzo
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