Schwiers, Sabine
Schwiers - Gedankensteine Bd. I
Mönchengladbacher Zeitzeugen berichten
Bestell-Nr 044300
ISBN 978-3-87448-379-7
erschienen 05.11.2013
Rubrik Gesellschaft
Umfang 332 Seiten
Maße 13,5 x 21.0 cm
Gewicht 548 g
Einband Taschenbuch(Paperback)
Preis 19,80 inkl. 7% MwSt
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Mönchengladbacher Zeitzeugen berichten über Erlebnisse in der Zeit des Nationalsozialismus.

„Lange war ich auf der Suche nach einem passenden Titel für dieses Buch. Schließlich fand ich ihn in dem wunderbaren Gedicht von Ulrike Sasse:

gedankensteine
müssen wir
schleppen
lebenslang.

Und genau dies habe ich erfahren, als ich die Menschen traf, die die Zeit des Nationalsozialismus durchlebt und überlebt haben. An den Erinnerungen an jene Zeit tragen sie noch immer, teilweise sehr
schwer. Ich war überrascht und erfreut darüber, wie viele bereit waren, ihr Leben zu erzählen. Dieses Buch enthält persönliche Erzählungen, Erinnerungen von Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus Kinder oder Jugendliche waren. Es ist ein Geschichtenbuch – kein Geschichtsbuch – was impliziert, dass das subjektiv Erlebte in den Vordergrund tritt. Es kann daher nicht völlig ausgeschlossen werden, dass einzelne historische Details nicht mehr genau in Erinnerung geblieben sind. Aber erst aufgrund der Schilderung von persönlichen Erinnerungen wird Geschichte lebendig und verstehbar.
Ich habe Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Mönchengladbach und Rheydt befragt, die sich zur damaligen Zeit an unterschiedlichen Orten aufhielten bzw. dort lebten. Wir führten sowohl Einzel- als auch Gruppengespräche, Letztere mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich in Begegnungs-stätten der AWO in Mönchengladbach (Rheindahlen, Brandenberger Straße, Schriefers und Hardt) eingefunden hatten. So kam es oft zu lebhaften Gesprächen und Diskussionen. Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen legten ihre Geschichten entweder schriftlich vor oder sprachen sie auf Band. Ich erlaubte mir, lediglich kleine syntaktische oder stilistische Änderungen vorzunehmen, damit die Erzählungen so authentisch wie möglich bleiben. Änderungen, Ergänzungen oder Anmerkungen in den Auszügen aus Manuskripten habe ich durch Kursivsatz kenntlich gemacht.
Meine Erzählerinnen und Erzähler schilderten, wie geschickt es die Nationalsozialisten verstanden, sich die Not der deutschen Bevölkerung zunutze zu machen und wie strategisch sie vorgingen, um die Jugend in ihrem Sinne zu manipulieren. Den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen war es wichtig, ihre persönlichen Erlebnisse an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Sie lassen uns erkennen, dass Demokratie im Hinblick auf ihre Gegner wehrhaft sein und bleiben muss, dass die Bereitschaft der Menschen von zentraler Bedeutung ist, sich für die (Be-)Wahrung unserer Demokratie zu engagieren und die Stimme zu erheben, wenn Freiheitsrechte eingeschränkt werden und die Menschenwürde mit Füßen getreten wird.“

© Sabine Schwiers

Sabine Schwiers, geboren 1965 in Rheinhausen, hat Germanistiik und Romanistik in Düsseldorf und Bonn studiert. Sie arbeitet zurzeit als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache an der Volkshochschule Mönchengladbach. In ihrer Freizeit schreibt sie Erzählungen für Kinder. Ihre "Geschichten vom Johanneshof" wurden 2009 in der "Bärenbude" des WDR 5 als Hörspiel veröffentlicht. Sabine Schwiers lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Mönchengladbach
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